„Er hatte sich geschworen, niemals mehr im Leben einen Fuß auf ein Kreuzfahrtschiff zu setzen.“

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich bisher nicht viele Fitzeks gelesen habe, weil ich deutschen Autoren immer ein wenig skeptisch gegenüber trete. Weshalb ist mir nicht ganz klar, aber es mag mit meiner tiefen Liebe zu den USA und dem Vereinigten Königreich zusammen hängen. Sei es drum.
„Passagier 23“ war das Geburtstagsgeschenk an meine Mutter letztes Jahr, das ich ihr von der FBM mitgebracht habe. Sie hat es gleich in wenigen Tagen verschlungen.
Ich persönlich war noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff und ehrlich gesagt zieht mich auch nicht viel auf eines. Dennoch kann ich die Faszination für diese Art zu Reisen oder den Urlaub zu verbringen sehr gut verstehen und seitdem ich die letzten Seiten des Buches gelesen habe glaube ich fast, dass ich vielleicht doch irgendwann einmal eine Kreuzfahrt machen werde. 

Eckdaten
Titel: „Passagier 23“
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Verlag
Erscheinungsjahr: Erstausgabe aus 2014
ISBN: 978-3-426-19919-0
Preis: 19,99€

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Der Hauptcharakter Markus Schwartz war mir von Anfang an sympathisch. Man hat vielleicht ein bisschen Mitleid mit ihm und verfolgt seine Geschichte und seine Handlungen dennoch mit so viel Ehrfurcht, die man für einen verdeckten Ermittler und Polizisten sowieso haben sollte. Wir erfahren relativ viel von ihm. Er hatte Frau und Kind, die durch einen vermeintlichen Suizid auf einem Kreuzer um kamen, dass er zu allem bereit ist, um Kriminelle dingfest zu machen – beispielsweise lässt er sich HIV injizieren, zieht sich einen Zahn oder lässt sich eine Rose tätowieren. Er kommt uns ein bisschen unheimlich vor, aber dennoch wie ein fürsorglicher Beschützer an unserer Seite steht. Überhaupt täuscht man sich in diesem Roman so gut wie in jeder Person. Es gibt zahlreiche Wendungen, die überraschen und alle vorherigen Vermutungen in den Wind schlagen. 

Bis zum Schluss habe ich eine Person in Verdacht gehabt, die sich später als – fast komplett – unschuldig erwies. Überhaupt kommt das Ende so überraschend, wie auch plötzlich. Und zum Schluss ist der Anfang des ganzen Romans doch fast so etwas wie eine perfekte Irreführung, die sich dennoch durch die uns vermeintlich bescheuert erscheinenden Vermutungen und Theorien einer alten Frau für fast wahr erweisen.
Definitiv ein Buch für Leute, die gerne rätseln und versuchen den perfekten Detektiv zu mimen. 

Eine ausführliche Rezension gibt es voraussichtlich am Wochenende, wenn ich mehr Zeit habe 😉

Herr Voland

Kurzer Einblick in das nächste Buch
Titel: „Martyrium“
Autor: Jonathan Hayes
Klappentext:
„Im New Yorker East Village wird eine Studentin in ihrem Apartment mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Dem Pathologen Jenner genügt ein Blick auf das Opfer, um das Tatmuster eines Serienkiller zu vermuten. Sein Verdacht bestätigt sich, als man in Pennsylvania die verstümmelte Leiche eines anderen Mädchens findet. Und dabei bleibt es nicht, weitere bizarr zugerichtete Frauenleichen sorgen für Aufsehen. Der Killer scheint besessen von einem religiösen Wahn, denn seine Morde sind dem Märtyrertod von Heiligen nachempfunden. Am Ehrentag der Heiligen schlägt der Wahnsinnige zu. Und Jenners Freundin Ana hat bald Namenstag…“

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Ich bin verwirrt, aber glücklich

Eckdaten
Titel: „Schattenjunge“
Autor: Carl-Johan Vallgren
Verlag: Heyne Hardcore Verlag
Erscheinungsjahr: vorliegende Ausgabe stammt aus 2014; erstmals erschienen in 2013
ISBN: 978-3-453-26946-0
Preis: 19,99€

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Ich habe ja bereits vom Gewinnspiel berichtet, durch welches mir die Fahrt zur Frankfurter Buchmesse letzten Jahres ermöglicht wurde. Als wäre das nicht schon genug gewesen gab es obendrein noch ein Buch und ein Fresspaket für die lange Fahrt. Auf dem Weg nach Frankfurt habe ich bereits in „Schattenjunge“ von Carl-Johan Vallgren hinein geschnuppert und war fasziniert von dem Protagonisten Danny Katz.
Dennoch legte ich das Buch erst einmal zur Seite, da noch der ein oder andere weitere Titel auf meiner To-Read-Liste stand (darunter auch ein paar Bücher, die ich mir nur ausgeliehen hatte). Jetzt im Januar des neuen Jahres bin ich endlich dazu gekommen es zu lesen.

Nachdem ich in den letzten Wochen und Monaten eher amerikanische Autoren gelesen habe war es doch ganz erfrischend ein skandinavisches Buch in den Händen zu halten, deren Handlung auch vorwiegend in einem nordeuropäischem Land spielt. Genauer gesagt befinden wir uns mitten in Schweden und lernen direkt auf den ersten Seiten unseren Protagonisten Danny Katz von seiner „besten“ Seite kennen. Wir erfahren, dass er bereits einige Erfahrungen mit allerhand Drogen gesammelt hat und auch schon wegen Körperverletzung (Spoiler: Für die er aber überhaupt nicht verantwortlich ist!) Bekanntschaft mit der Polizei gemacht hat. Er ist durchaus kein ungeschriebenes Blatt und kann zusammen mit seinem besten Freund Jorma, den wir später kennen lernen, so einige Delikte vorweisen. Danny Katz ist weder Polizist, noch Privatdetektiv oder sonstiges. Er schreibt Computer-Programme und arbeitet nebenher ab und an als Dolmetscher. Er ist in einem Heim aufgewachsen und machte später beim Militär Bekanntschaft mit einem Sprößling der Klingberg-Familie, die in diesem Roman den Gegenpart beinhaltet – jedenfalls zum größten Teil.
Danny wird von Angela aufgesucht, der ihren Mann, Joel Klingberg, ausfindig machen soll, der spurlos verschwunden ist. Seine Ermittlungen führen ihn in die tiefsten Abgründe der reichen Familie. Das ganze geht sogar soweit, dass, als Angela ermordet wird, Danny dafür verantwortlich gemacht und gesucht wird. Man schiebt ihm eine Tat unter, die er nicht begangen hat.
Die ganze Handlung ist sehr verstrickt. Drogen und Entführungen spielen eine große Rolle. Dazu kommt später noch der Voodoo-Glaube und zwielichtige Hacker-Geschäfte. An manchen Stellen ist es wirklich schwer den rote Faden zu behalten und man kommt ab und an auch mit den Namen durcheinander.
Der Verlauf des Romans ändert sich immer und immer wieder. Neue Personen werden eingefügt, andere sterben. An keiner Stelle hat der Leser das Gefühl gerade nur Füllmaterial zu lesen, ständig passiert etwas, das für uns sehr wichtig erscheint. Zum Ende des Romans sehen wir uns einem skrupellosen Mann ausgeliefert, sind auf Drogen und müssen um unser Leben bangen. Und das ganze auch noch weit entfernt von unserer Heimat Schweden.

„Schattenjunge“ ist ein rasanter Thriller, der viele Überraschungen bietet, ein wenig komplex zu lesen ist und definitiv in keine Mainstream-Schublade gehört. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, war nicht selten überrascht, als die Handlung wieder um schwang und war vom Ende total überwältigt (Spoiler: Wir haben hier übrigens ein sehr offenes Ende und ich hoffe doch inständig auf einen zweiten Teil mit unserem lieben Danny Katz!).
Ich kann euch den Roman sehr empfehlen. Wer etwas lesen möchte, das einen etwas verwirrt, aber dennoch total mitreißt ist bei Carl-Johan Vallgrens erstem Thriller genau richtig. Er hat verdammt viel Potential und Danny Katz ist ein Charakter, der für viele Bücher die richtige Hauptperson wäre.
Top!

Kurzer Einblick in das nächste Buch
Titel: „Filth“ (deutscher Titel: „Dreckssau“)
Autor: Irvine Welsh
Klappentext:
(Bei der vorliegenden Ausgabe kein richtiger vorhanden)
„Suitable only for persons of strong constitution.
Contains:
Druge use
Perversion
Murder
Corruption
Sexism
Racism
Law enforcement

And a tapeworm“

Herr Voland