Ein Gutes hat es ja…

Mein letzter Blogeintrag ist leider schon etwas länger her. In der Zwischenzeit ist viel passiert und es wurde auch etwas gelesen. Aber nur ein bisschen. 

Zu meinen letzten Büchern gehört auch Gwen Bristows „Tiefer Süden“. Hierbei handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie zur Zeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Wir tauchen in den Süden der USA ein, lernen eine ganz andere Gesellschaft, ganz andere Lebensumstände und ganz andere Menschen kennen, als wir gewohnt sind. Oder ich jedenfalls. 

Ich habe mich abseits meines Geschichtsstudiums schon sehr oft und auch gerne mit dem Independence War beschäftigt und finde die Thematik überaus interessant, sowohl die europäische als auch die amerikanische Perspektive. Leider wird die amerikanische Geschichte so gut wie gar nicht im Schulunterricht behandelt und so muss man das fehlende Wissen eben selbst aufarbeiten. Auch gerne durch Romane, die durchaus sehr gut recherchiert und historisch korrekt sein können.

So hatte ich das Glück vor etwa zwei Monaten im „öffentlichen Bücherschrank“ in Neuss (dazu gleich mehr) oben genannten Roman zu finden und in meine Tasche zu stecken. Ein paar Wochen später wurde auch die erste Seite aufgeschlagen. Leider.

Viele können diese Buchreihe ja gerne mögen oder gar lieben. Ich jedoch gehöre nicht zu den Menschen, die auch die weiteren Bände lesen werden. Wieso ist ganz einfach erklärt: den erste Band habe ich heute auf Seite 167 abgebrochen. Es ging einfach nicht mehr. Weder die Geschichte, noch die Charaktere haben mir zugesagt. Den Schreibstil fand ich mehr als gewöhnungsbedürftig und der Handlungsverlauf war mir nicht ganz schlüssig. Wie bereits erwähnt gibt es Romane zu den Themen der amerikanischen Geschichte und dieser mag auch gut recherchiert und sogar historisch korrekt sein, aber ich fand ihn für mich persönlich weder lesens- noch empfehlenswert. Der weibliche Hauptcharakter war so schrecklich naiv jungfräulich und dumm, dass es mich teilweise wundert, dass ich das Buch nicht schon nach 50 Seiten abgebrochen habe. Für andere mag es absolut logisch erscheinen, dass sich ein sehr junges und jungfräulichen Mädchen in den ersten Mann verliebt, den sie außerhalb der Familie kennen lernt, der natürlich mit Sklaven handelt und dem jungen Ding die große Liebe schwört. Und manche finden es bestimmt auch super, dass sich eben besagtes Mädchen natürlich auch vermählt und Kinder in die Welt setzt und das sich der Bruder in eine Kreolin verliebt, die keine Kleider besitzt. Und viele sagen „wenn man in einer so schrecklich konservativen Familie mit entsprechendem Vater aufwächst, ist es doch nur selbstverständlich, dass die Kinder andere Wege gehen.“ Ja, mag alles sein. 

Aber für mich war dieses Buch definitiv nichts. Gut, eventuell bin ich einfach nicht für das Liebes- und Gesellschaftsroman-Genre geschaffen und bin mit falschen Erwartungen an die ganze Materie ran gegangen, aber schlussendlich wird es meinen Entschluss nicht ändern die anderen Bände nicht zu lesen und den ersten auch nicht noch einmal anzufangen.

Wer die Bücher lesen möchte kann das natürlich trotzdem unglaublich gerne tun. 

Was mich auch gleich zu dem Guten bringt. Wie bereits erwähnt habe ich das Buch aus einem sogenannten „öffentlichen Bücherschrank“. Was das ist ist schnell erklärt: es ist, was der Name sagt. Ein Bücherschrank in und für die Öffentlichkeit. In Neuss steht er mitten in der Innenstadt (auf der Brückstraße, am Romaneum). Es handelt sich um ein simples System. In diesem Schrank stehen Bücher, die sich jeder einfach mit nach Hause nehmen darf oder gleich vor Ort lesen kann. Wenn man fertig ist kann man sie entweder behalten oder bringt sie wieder zurück. Sollte man selbst zu Hause Bücher haben, die man nicht mehr haben will oder bei denen man sich denkt andere sollten auch in den Genuss kommen sie zu lesen, kann man die auch mit in den Schrank stellen. Dabei ist vollkommen egal um welche Art Buch es sich dabei handelt. Thriller, Krimi, Liebesroman, Sachbuch, Kochbuch, etc. Alles findet dort seinen Platz und bestimmt auch einen interessierten Leser. Solche Bücherschränke gibt es in ganz Deutschland, googlet einfach mal nach eurer Stadt oder eurem Bezirk. Einen Besuch sind sie wert! Ich habe schon sehr oft überaus tolle Bücher mitnehmen und ein paar meiner abgeben können. In Düsseldorf an der Uferpromenade lag heute beispielsweise Dan Brown’s „Sakrileg“  😉

Wie dem auch sei. Das hat mich auf die Idee gebracht neben normalen Rezensionen zu gekauften oder geliehenen Büchern eine eigene Kategorie für „öffentliche Bücherschrank“-Bücher zu eröffnen. 

Somit hatte Gwen Bristows „Tiefer Süden“ doch ein Gutes für mich. Eine Idee. Eine Idee, die ich hoffentlich auch sehr bald schon umsetzen kann.
In diesem Sinne
Herr Voland

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