Willkommen Finnland – Tervetuloa Saksa

Ich konnte es kaum glauben, als ich mich eines schönen Tages Anfang Oktober auf wasliestdu.de anmeldete und eine „ungelesene Nachricht“ hatte. Ich dachte zunächst an nette Grüße von einem weiteren User wurde aber schnell stutzig, da dafür sicher nicht der Betreff „Herzlichen Glückwunsch!!“ gewählt werden würde. Geburtstag hatte ich aber auch nicht. Ich öffnete die Nachricht, las den Text, las ihn noch einmal, und noch ein drittes Mal.
Sicher klingt das jetzt abgedroschen und jeder andere denkt: Klar, würde ich auch so sagen, aber ich rechnete wirklich nicht damit beim Gewinnspiel um einen Tag auf der Frankfurter Buchmesse den Preis abzusahnen. Und dennoch tat ich es.

Aber gehen wir mal er Reihe nach vor.

Wasliestdu.de ist eine Community von Lesebegeisterten für Lesebegeisterte. In seinem Profil kann man Dutzende Bücherregale anlegen, Kommentare und Rezensionen schreiben, Fragen an die User stellen und vieles mehr. Wer Bücher liebt, gerne liest und sich mit anderen über seine Favoriten austauschen will oder neuen Lesestoff sucht sollte dort auf jeden Fall vorbei schauen. Rund ums Buch ist dort wirklich alles zu finden. Und wenn mal etwas fehlt kann man jederzeit selber einen Artikel darüber schreiben.
Auch Gewinnspiele gibt es und bei einem ganz besonderem habe ich mitgemacht. Verlost wurde eine Eintrittskarte zur Frankfurter Buchmesse mit Hotelübernachtung und Frühstück. Mach doch einfach mal mit, dachte ich mir und setzte meinen Kommentar darunter, wieso ich gerne dorthin fahren würde.
Und Anfang Oktober dann die Überraschung: Ich habe tatsächlich gewonnen! Vor mir stand also der Samstag auf der Frankfurter Buchmesse.

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Finnland. Cool.
Vor einigen Jahren hatte ich den Traum eines Tages nach Finnland auszuwandern. Nicht nur die Leute faszinieren mich, auch die Kultur, die Landschaft, die Mentalität haben mich früh in ihren Bann gezogen. In meinem Regal stehen einige Bücher über das Land und im letzten Wintersemester belegte ich einen Finnischsprachkurs an der Uni. Auch heute übe ich die Aussprache fleißig und versuche mich hin und wieder an kleinen Texten. Und irgendwann möchte ich einen ganzen Roman in finnischer Sprache lesen und verstehen können. Bis dahin wird aber noch eine gewisse Zeit vergehen. Was aber näher gerückt ist ist meine Liebe zu diesem Land. Vielleicht ist das ja ein Zeichen nicht in die USA, sondern nach Finnland auszuwandern, wer weiß 😉

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Gerade einmal eine Viertel Stunde trennte mich das Hotel von der Messe. Ich war also schnell und früh da und kam so noch in den Genuss eines ruhigen Messestarts. Begonnen habe ich meine Reise durch die Buchwelt auf den Rollfeldern zwischen den Hallen. Auf unzähligen Bildern habe ich die in den letzten Jahren schon gesehen und nun endlich durfte ich selber drauf stehen und mich in die erste Halle tragen lassen – oder wenigstens nah ran.
Zuerst betrat ich das Gelände der Internationalen Verlage, das sich auf zwei Ebenen befand. Speziell habe ich mich auf die skandinavischen Stände gestürzt, habe unzählige Bücher in ihrer Originalsprache in die Hand genommen, durchgeblättert und nichts verstanden – aber es war schön! Besonders gefallen hat mir der große Bereich für die finnischen Bücher. Während ich mir ein Werk von Taavi Soininvaara anschaute konnte ich nebenher ein Gespräch mithören – auf Finnisch. Und ich bin stolz sagen zu können, dass ich sogar einige Fetzen verstanden habe. Ein echt-finnisches Buch zu durchstöbern hat in mir erst recht den Wunsch geweckt einmal eines in dieser Sprache zu lesen.
Ich habe zahlreiche Flyer von skandinavischen Verlagen eingesammelt und werde die in den nächsten Tagen genauer unter die Lupe nehmen. Einige Buchvorstellungen haben mir aber schon auf den ersten Blick gefallen und ich bin mir absolut sicher, dass viele von ihnen ihren Weg in meine Regale finden werden.

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Weiter ging es dann für mich direkt zum Ehrengast selbst, der es sich auf zwei Ebenen bequem gemacht hat. In der obersten Etage erwartete mich ein absolut schönes Bild. Ein abgedunkelter Raum mit einzelnen weißen Stationen mit unterschiedlichem Programm erweckte in mir den Eindruck von Nordlichtern oder auch einer weißen Nachtlandschaft. Ich war sofort fasziniert. Es ist übrigens der erste von Designstudenten entworfene Pavillon auf der Buchmesse.
Mein erster Halt in diesem Raum galt den ausgestellten Büchern. Besonders die Kinderbücher interessierten mich. Als ich klein war gehörten Die Mumins zu meinem Pflichtprogramm und das ein oder andere Buch mit ihnen weckte die alten Erinnerungen.
Im nächsten „Nordlicht“ setzte ich mich und lauschte einem Interview mit dem finnischen Autor Pekka Hiltunen. Er sprach komplett auf Finnisch und man konnte sich eine Übersetzung via Kopfhörer anhören. Ich wollte aber den Flair dieser besonderen Sprache erleben und nahm dafür auch gerne in Kauf nicht alles verstanden zu haben.
Neben einem kleinen Café war noch ein Nordlicht aufgebaut in dem sich Matti Rönkä und Mikko Fritze die Ehre gaben – hier aber auf Deutsch, es wurde vorgelesen.
Eine unglaublich sympathische finnische Händlerin, mit der ich etwas Finnisch sprechen konnte, verkaufte ein paar Eindrücke aus ihrem Heimatland, wie z.B. CD´s, Holzdeko, Schmuck, Poster, Wandkalender und – was ich mir sofort kaufen musste – finnischen Schnee. Dabei handelt es sich um eine Kugel in schneeballgröße, die man knetet und so das Geräusch von echtem Schnee nachmachen kann – es hört sich wirklich genauso an, als würde man selbst echten festen Schnee formen.
Draußen vor der Halle war ein Stand mit einigen Büchern rund um Finnland aufgebaut, die auch zum Verkauf angeboten wurden. Dort schnappte ich mir direkt eines der letzten Exemplare von Hiltunens neuem Thriller „Das schwarze Rauschen“ und Ilkka Taipales „100 soziale Innovationen aus Finnland“.
Eine Etage darunter konnte man finnisch essen und trinken. Ich habe mir ein echt-finnisches Bier und einen Rotebeete-Möhren Salat gegönnt. Unglaublich lecker und nur empfehlenswert. Mir fehlt ein finnisches Kochbuch daheim definitiv.
Auch draußen in der Agora gab es allerhand rund um Finnland zu entdecken. Der Mumin-Bibliotheksbus nahm mich gleich in Beschlag. Vor dem Bus stellte sich Helsinki vor, man konnte sich eigene Buttons ausdrucken lassen und bei einem Fotowettbewerb mitmachen – zu gewinnen gab es eine Reise nach Helsinki. Mein Wunsch diese Stadt zu sehen ist in den letzten Stunden unermesslich gestiegen.
Ich kann nur sagen: Finnland. Cool.

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Dann ging es zu den deutschen Verlagen. Das „blaue Sofa“ und die ARD-Bühne wurden zu meinen Daueranlaufpunkten. Daneben war der Stand des Gutenberg Museums unglaublich interessant. Dort hatte man eine der ältesten Druckermaschinen aufgebaut und es wurde erklärt, wie zu Gutenbergs Zeiten die Bibeldrucke produziert wurden. Man konnte dort auch echt-gedruckte Seiten kaufen. Ich habe mich mit einem Federkiel und Bibeltinte aber ganz gut bedient gefühlt.
Die neuesten Thriller und Krimis konnte man überall finden und nicht selten blieb ich an dem ein oder anderen Stand stehen, um mir auch ein paar Kuriositäten anzuschauen, wie beispielsweise die „Whiskey-Krimis“ aus Schottland. Auf der ARD-Bühne hörte ich dann einem Gespräch mit Nele Neuhaus zu, die anschließend ihren neuesten Roman „Die Lebenden und die Toten“ signierte. Zuvor stattete ich Sebastian Fitzek einen Besuch ab, der über seinen Roman „Passagier 23“ sprach – ein unglaublich sympathischer Mensch und begnadeter Autor. Gerne hätte ich mein Exemplar von ihm unterschreiben lassen, aber leider hatte ich es nicht dabei. Ich war sogar so fasziniert und im Interview versunken, dass ich ganz vergessen habe ein Foto zu machen. Dafür behalte ich ihn in Erinnerung.
Auch altbekannte Klassiker von Goethe und Co. werden neu aufgelegt und immer beliebter. Das auch, weil man sie gut ins Moderne übersetzen kann. Am Duden-Stand wurde ich auf ein Werk aufmerksam, dass das auch aufführt: „Schreiben unter Strom“. Etwa eine Stunde habe ich mich mit diesem Buch befasst und kann es jedem empfehlen, der sich für umgewandelte Literatur beispielsweise in Twitter-Posts interessiert oder seinen eigenen Blog einrichten möchte.

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Auch auf der Außenbühne war so allerhand los. Neben Katja Burkhard stellten auch andere namhafte Berühmtheiten ihre Bücher vor. Darunter unter anderem Michael Peinkoffer, der mit Wolfgang Hohlbein und Thomas Finn im Gespräch über die aktuelle Fantasy-Begeisterung bei Jung und Alt sprach.
Apropos Jung. Für die Kleinen Besucher gab es auch viel zu entdecken. Und ich war auch ganz hin und weg, als ich das neue Buch der ??? gesehen habe und am Star Wars Stand vorbeigekommen bin. Da will man doch glatt wieder klein sein. Für ein umfassendes Programm wurde auch gesorgt. Neben Wettbewerben und Mit-Mach-Events gab es auch eine Fotoleinwand, wo man sich mit einem Sturmtruppler ablichten lassen konnte. Echt tolle Sache!
Auch für Manga- und Comicfreunde gab es viel zu sehen. Erstaunlich viele Stände präsentierten die neuesten Comictrends und Anime-Fanartikel – egal ob Kissen, Poster, Plüschtier, Kigurumi oder Perücke. Und für die Musikfreunde gab sich MC FITTI die Ehre, der sein Buch „Aus meinem Auspuff kommt Konfetti“ vorstellte und ein sehr großes Publikum erreichte. An dem Stand kam man so gut wie unmöglich vorbei.
Auf der Agora gab es auch einen wunderbaren Platz, wo man sich in Sitzsack oder Hängematte schmeißen und gemütlich ein Buch lesen oder den Messeplan studieren konnte. Jede Altersgruppe wurde bedient.

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Abschließend kann ich nur sagen, dass die Frankfurter Buchmesse ein absoluter Erfolg war. Gerne würde ich nächstes Jahr wieder dorthin fahren und das Land Indonesien kennen lernen, das 2015 Ehrengast sein wird.
Ich möchte auf diesem Weg der wasliestdu.de Redaktion danken, die diesen unglaublich schönen Tag für mich möglich gemacht hat. Mir wurde einer der schönsten Samstage dieses Jahres geschenkt und dafür bin ich unendlich dankbar.
Auch für das Überraschungspaket möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Die Süßigkeiten haben mich erfolgreich durch einen Buchmessetag gebracht und mit Carl-Johan Vallgrens Roman „Schattenjunge“ konnte ich mich auf der Hin- und Rückfahrt gut beschäftigen und am Samstagabend den Tag erfolgreich ausklingen lassen.

Vielen Dank
oder
Paljon kiitoksia!

Herr Voland

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